Herzlich Willkommen in Brünn -
der zweitgrößten Stadt der Tschechischen Republik
Brünn liegt am Übergang vom südmährischen Flachland zum mittelmährischen Bergland, am Fuße des Spielbergs und des Petersbergs und am Zusammenfluß zweier Flüsse, der Schwarza und Zwitta. Die Stadt ist eingebettet in eine liebliche, fruchtbare Landschaft mit Gärten und Feldern im Süden und bewaldeten Höhen im Norden und weist bei etwa 220 - 250 m über N.N. ein angenehmes Klima auf.
Brünn ist die zweitgrößte Stadt der Tschechischen Republik. Ihre reiche Vergangenheit geht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Schon früh entwickelte sich Brünn dank der geographischen Lage zu einem Handelsknoten. Brünn war in der Zeit der österreichischen Monarchie eine reiche Industriestadt mit einem wohlhabenden Bürgertum. Die große Zahl ihrer Textilfabriken brachte der Stadt im 19. Jahrhundert den Namen "österreichisches Manchester" ein.
Schwerpunkte der Wirtschaft sind heute Maschinenbau, Textilindustrie, elektronische Industrie und Baugewerbe. Ein modernes und in seiner Avantgarde-Architektur einzigartiges Messegelände aus den 20er Jahren hat Brünn zu einer international anerkannten Messestadt werden lassen.
Namen wie Mendel, Janácek, Loos, Mies van der Rohe stehen für die Bedeutung Brünns
auf den Gebieten von Wissenschaft, Kunst und Architektur.
Stadtspaziergang
Die rege Restaurierungstätigkeit der letzten Jahre bringt im historischen Kern endlich wieder so manches Juwel zu Tage. Der größte Platz der Stadt, Zelny trh (Kohlmarkt), bestand bereits im 13. Jh. und diente auch damals als Markt. Rund um den Parnaß-Brunnen (Entwurf von Fischer von Erlach) werden an Werktagen Obst, Gemüse und Blumen verkauft. Die Reduta gehört zu den ältesten Theatergebäuden Mitteleuropas (1734). Hier wirkten Mozart und sein »Zauberflöte«-Librettist, der Schauspieler und Theaterdirektor Emanuel Schikaneder, debütierten Charlotte Wolters und Therese Krones, brillierten die Tenöre Leo Slezak und Julius Patzak. Heute gehen in der Reduta Operetten und Musicals in Szene. Im ehemaligen Dietrichstein-Palast, im Bischofshof und in weiteren anliegenden Gebäuden befinden sich die Ausstellungsräume des 1818 gegründeten Mährischen Landesmuseums, in dem unter anderem eine »Venus von Vestonice« zu bewundern ist.
Der benachbarte Kapucínské náměstí (Kapuzinerplatz), ehemals Kohlenmarkt, weist die durch das System der mittelalterlichen Gassen vorgegebene Dreiecksform auf. Das Kapuzinerkloster mit der Hl. Kreuz-Kirche stammt aus der Mitte des 17. Jh. In der Krypta kann man Mumien von Angehörigen und Wohltätern des Ordens besichtigen, aber auch den Sarkophag, unter dessen Glasdeckel der legendäre Pandurenführer Franz von der Trenck (1711-1749) - mit falschem Kopf ruht. Der Haudegen in österreichischen Diensten war wegen Untreue zu lebenslanger Festungshaft verurteilt worden. Obwohl er nur zwei Jahre in den unmenschlichen Kerkern der Burg Spielberg verbrachte, starb er bald danach an Wassersucht. Sein Kopf wurde gestohlen, der Leichnam mit einem unbekannten Schädel ergänzt.
Durch die Radnická ulice gelangt man zum Alten Rathaus, dem ältesten Profanbau Brünns, dessen Kern mit Aussichtsturm ins 13. Jh. zurückreicht. Das spätgotische Portal (1510) ist ein Werk Anton Pilgrams, der als Leiter des Baus des Wiener Stephansdoms bekannt wurde. Nach der Überlieferung revanchierte sich der Meister für die Weigerung der Stadt, ihm das vereinbarte Honorar auszuzahlen, mit einem boshaften Detail: Er gestaltete das mittlere Portaltürmchen krumm.
Die Stadtsilhouette wird vom Dom St. Peter und Paul geprägt, der am Petrov (Petersberg) die Stadt überragt. Der Dom wurde an der Stelle der ersten Brünner Fürstenburg und einer romanischen Basilika aus dem 14. Jh. errichtet und Mitte des 18. und um die Wende zum 20. Jh. umgebaut. Die um 1300 entstandene steinerne Madonna im Kircheninneren zählt zu den ältesten Kunstwerken Brünns. Durch den Park Denisovy sady (Reste mittelalterlicher und barocker Mauern und Basteien, klassizistischer Obelisk zum Andenken an die Beendigung der napoleonischen Kriege, 1818) und die Biskupská ulice erreicht man die Dominikánská ulice. Das Haus der Herren von Kunstát (Nr. 9) ist ein zu Beginn des 18. Jh. zu einer Markthalle umgestalteter Adelssitz, im Renaissancehof finden heute Konzerte und Theatervorstellungen statt. Der Block zwischen den Straßen Dominikánská, Starobrnenská und Mecová, genannt Velky Spalícek (Großer Klotz), setzt sich aus interessanten Häusern - von der Gotik bis zum Jugendstil - zusammen.
Auf der Terrasse der frühbarocken Dominikanerkirche St. Michael stehen Steinskulpturen aus der ersten Hälfte des 18. Jh., das ehemalige Kloster (Kreuzgang aus dem 13.-15. Jh.) dient nun als Stadtamt. Aus dem Gebäudekomplex sticht das in den 30er Jahren rekonstruierte Neue Rathaus hervor, wobei große Teile des ursprünglichen Renaissance- und Barockbaus erhalten blieben. Durch die Zámecnická ulice gelangt man zum námestí Svobody (Freiheitsplatz, ehemals Unterer Markt). Beachtenswert sind der Klein-Palast (Nr. 15, Mitte 19. Jh.), ein Neorenaissance-Wohnhaus des Architekten Theophil Hansen, der Schwartz-Palast (Nr. 17, schönstes Renaissance-Haus von Brünn), das ehemalige Stift für adelige Damen (Nr. 13, Ende 17. Jh., heute Volkskundemuseum), das funktionalistische Gebäude der Mährischen Bank (Nr. 21) sowie das 1901 entstandene und seither aus ästhetischen Gründen umstrittene Haus der vier Karyatiden (Nr. 10), das man in Brünn auch »Haus der vier Bengel« (U ctyr mamlasu) nennt.


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